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Ja, das ist Arbeit

"Das geht ja heutzutage alles von alleine." "Zwei Klicks und fertig." "Dafür gibt's doch sicher eine App?!" "Also ich erstelle mir das in Word!"  Solche oder so ähnliche Sätze kennt wohl jede Grafikerin, Fotografin und Co. (Alle anderen Geschlechtsidentitäten kennen das Problem natürlich genau so.) Und ja, dahinter steht oft einfach Unwissenheit. Und nein, diese Annahmen stimmen leider nicht. - Let's talk about it...

Das Internet ist ein ganz wundervoller und ein ganz furchtbarer Ort. (Ich lasse jetzt mal die wirklich schlimmen Dinge wie Mobbing, Rassismus und andere Grauslichkeiten außen vor. Dass diese Dinge tatsächlich kriminell sind, darüber sind wir uns hoffentlich einig.)

Im Netz können wir uns inspirieren lassen, gewinnen Kunden, tauschen uns mit Menschen rund um den Globus aus und erfahren/engagieren uns für Themen, denen wir sonst eventuell nie begegnet wären. Ideen scheinen überall herumzuliegen, Rechtsklick-Speichern ist in Sekundenschnelle gemacht und wenn du auf TikTok einen Trend auslöst, den alle nachahmen, ist das ein Ritterschlag. 

Ist das so gewollt, perfekt. Aber ansonsten sieht die Situation anders aus. Abgesehen davon, dass es sowas wie Urheberrecht gibt, steckt hinter einem Foto viel mehr als nur das Bild. Oder hinter einem Logo, Design, etc.

Kreative Berufe, besonders die "neueren" sind oft nicht wirklich bekannt. Klar kennen wir Webdesign, Blogging, Fotografie, Illustration, Texten,... aber welche Arbeit das bedeutet, meist nicht. Und daher gehen wir davon aus, dass da ja auch nicht viel sein kann. Zumindest nichts, was wir uns nicht auch gratis in 10 Minuten irgendwo im WWW konfigurieren lassen könnten.

Ausbildung, Equipment, Recherche, Briefings, Brainstorming, Angebote, Konzepte, Designs, Korrekturschleifen, Reinzeichnung, Anfahrten, Verpackung, Rechnungen, Betreuung der Social-Medi- Kanäle, E-Mails, Kundentreffen, usw. Von vielen dieser Arbeitsschritte, bekommt man von Außen nichts mit. Aber nur weil etwas online gefunden werden kann, ist es nicht "herrenlos". Jetzt kommen mal die ganz großen News: Für all das hat jemand gearbeitet. All das gehört jemandem. Für all das braucht es eine Erlaubnis, eine Quellenangabe, eine Verlinkung,... OK, es kann sein, dass einige Zitate 70 Jahre nachdem der Zitierte verstorben ist, freigegeben werden. Aber auch hier kann es unter Umständen Erben geben. Na, checken wir doch alle immer ab, oder? ;-)

Bei Fotos, Logos, Grafiken gilt es nicht nur die künstlerische Arbeit zu entlohnen, sondern auch z.B. das Nutzungsrecht - die Liste geht weiter und weiter. "Massenware" wird zu Billigpreisen verschleudert, aber dann ist sie weder exklusiv noch wirklich auf dich zugeschnitten. Gerade heutzutage, wo der Markt so voll scheint, sollte man den Wiedererkennungswert nicht unterschätzen.

Hier alle Berufe und jeden Aufgabenbereich vorzustellen würde den Rahmen des Blogs sprengen, aber das wichtigste will ich trotzdem noch schreiben: Der Kunde sieht meist nur einen kleinen Teil der gesamten Arbeit. Er muss auch nicht wissen, was für das Endprodukt alles nötig ist! Das offen zu kommunizieren und aufzulisten, ist Aufgabe des Dienstleisters. Aber: der geleisteten Arbeit respektvoll  - gerne auch nachfragend - zu begegnen, ist die des Kunden.

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