Save the Blogs - oder: sich an der eigenen Nasenspitze nehmen

Eins vorneweg: Ich. Liebe. Blogs! 

Natürlich gilt auch hier das Sprichwort "Papier ist geduldig". Jeder kann ungefiltert hineinstellen, worauf er oder sie Lust hat. Man darf nicht alles für bare Münze nehmen und es gibt leider auch viele Seiten, die nur noch als Werbeplattform herhalten.

Aber sieht man sich ein bisschen um, findet man richtig tolle Beiträge. Texte, Fotos, Tipps, Fachwissen, Unterhaltung, DIY,... und alle haben sie etwas gemeinsam: es steckt so viel Herzblut, Liebe und Arbeit in jedem Wort.

Ich selbst habe Blogs erst vor circa 5 Jahren entdeckt und somit ihre Entstehungszeit verpasst. 

Dennoch merkte auch ich mit der Zeit einige Veränderungen. Professionellere Fotostrecken und abwechslungsreiche Themen, aber auch weniger Interaktion mit den Lesern und immer mehr Werbung.

Viele Blogger die schon lange in der Branche arbeiten, berichten dasselbe. Dass die Fotos und Themen meist besser aufgearbeitet sind, aber der Austausch mit den Lesern in der Kommentarsektion gegen null sinkt. (Manch eine(r) überlegt daher sogar, den Blog zu streichen und nur mehr in Social Media aktiv zu sein.)

Auf meiner eigenen Seite, ja genau hier, merke ich das auch. Die Leser-Zahl der einzelnen Beiträge schwankt zwischen zwei- und dreistellig. Die Posts bekommen Herzchen und Kommentare auf Instagram und über Instadirect -  die Kommentarspalte bleibt oft leer. Und das ist durchaus verständlich und auch eigentlich gar nicht so schlimm, immerhin erhalte ich Feedback. Aber ein Herz oder ein Daumen nach oben, sind eben nicht das Gleiche, wie ein paar persönliche Wort direkt unter dem Beitrag. Und ja, manchmal hat mich das etwas verstimmt, bis...

ich mich an der eigenen Nase genommen und mir die ganze Sache einmal ganz ehrlich angeschaut habe:

Wie oft lese ich Blogs, die mir sehr gut gefallen, nur um dann nicht zu kommentieren? Gebe kein Feedback auf Fragen? Bedanke mich nicht für den Input? Die Antwort ist: viel zu oft.

Also was tun, wenn ich nicht will das Blogs aussterben und nur noch aus Facebook-Postings und Instagram-Storries bestehen?

Ehrlich sein und damit bei sich selbst anfangen. Kommentieren, den Austausch suchen. Nicht bei allen Seiten vielleicht, nicht bei jedem Beitrag. Aber bei den Posts und Autoren, deren Texte wir gerne lesen, die sich offensichtlich viele Gedanken gemacht und Arbeit in die Sache gesteckt haben. Und ja, auch konstruktive Kritik ist meist willkommen.

Also: weniger Gejammer, mehr selber etwas beitragen!

Ich habe damit bereits angefangen und was soll ich sagen, der wirkliche Austausch mit anderen, gibt auch einem selbst so viel mehr, als das schnelle Klicken auf einen Button. ;-)

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Kommentare: 4
  • #1

    Ronja (Donnerstag, 02 August 2018 10:17)

    Oh mein Gott, JA!!!! Meine Freundin Theresa hat mit gerade den Link zu deinem Beitrag geschickt, nach dem wir am Dienstag über genau das Thema geredet haben. Und es lässt mich gerade nicht mehr los und jetzt dein Beitrag. Pure Gänsehaut. Es stimmt, auch ich muss mir an die Nase fassen, auch ich lese viel weniger blogs, kommentiere viel zu selten. Aber ich will das jetzt ändern. Revolution :) Seit drei Tagen fülle ich meinen Blog, anstelle davon mir über Instagram den Kopf zu zerbrechen, anstelle davon "perfekte" Wörter, Hashtags und Bilder zu finden. Und ganz ehrlich, es fühlt sich gut an, richtig an. Ahhh so schön!
    Jetzt hast du einen riesigen Wortschwall von mir bekommen, herrlich. Verlinken tue ich meine eigene Website trotzdem. Weil es schön ist, weil Vernetzen Spaß macht.
    Ich wünsche dir einen tollen Tag,
    xx Ronja
    www.sothisiswhat.com

  • #2

    Theresa (Donnerstag, 02 August 2018 10:28)

    Liebe Céline Claire,
    du glaubst gar nicht, wie sehr ich deinen Post gerade in Gedanken unterschreiben kann! Ganz ähnliche Überlegungen hatte ich auch in den letzten Wochen und am Montag im Gespräch mit einer guten Freundin. So schön, dass du auch dafür losgeht, dass sich etwas ändert - da sind wir mindestens schon zu dritt! ;)
    Hab einen ganz wunderbaren Tag und fühl dich lieb gegrüßt aus Berlin!
    Theresa

  • #3

    Céline Claire (Donnerstag, 02 August 2018 11:00)

    Liebe Theresa!,
    ich freue mich gerade so sehr über dein Feedback! Zu merken, dass man mit seinem Gefühl nicht alleine da steht, ist toll. Und ich denke, genau das ist auch der richtige Weg: es nach außen zu kommunizieren. Denn ich bin mir ganz sicher, dann sind wir mehr als zu dritt! ;-)

    Alles Liebe
    Céline Claire

  • #4

    Céline Claire (Donnerstag, 02 August 2018 11:13)

    Liebe Ronja,
    vielen Dank für deine lieben Worte! Du hast so recht, einfach drauflos zu schreiben ist so viel befreiender, als zu versuchen in die (scheinbar) perfekte Insta-Welt und Co zu passen! Ist es nicht gerade die Liebe zum Wort, die uns überhaupt dazu bewogen hat, einen Blog zu starten? Also back to the roots und wie du schon geschrieben hast: Revolution! Aktiv und gemeinsam für die Leidenschaft, die uns doch eigentlich alle verbindet.

    Alles Liebe
    Céline Claire

    PS: uns jetzt hüpfe ich gleich hinüber zu deinem Herzensprojekt :-)