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#pillowtalk - cry me a river

Weinen hat immer noch einen schlechten Ruf. Ich persönlich verstehe das ganz und gar nicht. Und sowieso und überhaupt: ich bin ein Fan davon! Und das hat gute Gründe.

Weinen wird grundsätzlich als Schwäche angesehen. Bei Frauen, aber noch mehr bei Männern. Größter Schwachsinn überhaupt! Aber was ist Weinen eigentlich? Keine Angst, ich erkläre jetzt nicht die körperlichen Vorgänge. (Ha, als könnte ich die genau wiedergeben!) Aber ganz grundsätzlich: Weinen ist ein Ventil zum Druck- und Spannungsabbau.

Wozu die meisten von uns nämlich viel zu sehr neigen, ist Emotionen nicht rauszulassen. Ganz klar ist nicht jede Reaktion angemessen, wenn jedoch gar keine mehr übrig bleibt, wird es heikel.

Schreien, Stampfen, Schlagen, Reinfressen, Saufen, ganz tief vergraben... alles nicht so geil.

Sport, Kunst in irgendeiner Form, Meditieren, Reden,... viel besser.

Und zur zweiten Kategorie zählt eben auch: Weinen. Geht schnell und braucht kein Drumherum. ;-)

Und auch hier: Weinen ist nicht gleich Weinen.

Ich behaupte jetzt mal, (fast) jeder hat schon mal aus Freude, Wut, Trauer oder Angst geweint. Und das kann sich ganz unterschiedlich anfühlen. Mein persönlicher Favorit: wenn man einfach "raus" weinen kann, ohne etwas festzuhalten. Ohne zu verkrampfen oder verzweifeln. Pures Loslassen. Aber egal warum du weinst, nachher ist es immer etwas leichter. Und genau darum geht es am Ende. Irgendwohin muss die Spannung nun mal. Behalte sie nicht in dir. Der Mist ex- oder implodiert nämlich irgendwann.

Also lass uns doch Ausdrucksweisen wie "Heulsuse" und Co bitte streichen und anerkennen: zu seinen Gefühlen zu stehen und - vor allem! - damit umgehen zu wissen, ist verdammt stark!

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